Zusatzinformationen

Begriffliches, wie es das Rechtswörterbuch von Creifelds erklärt:

 

Was ist eine Urkunde?

Urkunde im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen ist jede in Schriftzeichen verkörperte Gedankenäußerung. Im strafrechtlichen Sinne umfasst der Urkundenbegriff nicht nur Schriftstücke, sondern alle Gegenstände, die eine Gedankenerklärung enthalten können und dazu geeignet und bestimmt sind, im Rechtsverkehr Beweis zu erbringen und den Aussteller erkennen zu lassen.
Urkunde ist somit ein jedes Schriftstück, das zu Beweiszwecken verwendet werden kann (auch der berühmte Bierdeckel; die Liebesbriefe usw.)
Öffentliche Urkunden sind solche, die von einer Behörde innerhalb ihrer Amtsbefugnisse oder von einer mit öffentlichem Glauben versehenen Person innerhalb des ihr zugewiesenen Geschäftskreises in der vorgeschriebenen Form aufgenommen sind (§ 415 I ZPO), zum Beispiel notarielle Urkunden, Gerichtsurteile, Mahnbescheide, Eheverträge, Grundstücksverkaufsverträge usw., aber auch Zustellungsurkunden.
Privaturkunden sind alle anderen, nicht öffentlichen Urkunden, auch wenn die Unterschrift öffentlich beglaubigt ist, beispielsweise Satzungen, Verträge, Korrespondenz, allgemeine Geschäftsbedingungen usw.

 

Wann ist eine Urkunde „echt“?

Grundsätzlich dann, wenn sie von einer Person stammt, welche die Urkunde nach ihrem Inhalt, insbesondere nach der Unterschrift, ausgestellt haben soll.

Generell gilt:
Zur Übersetzung und Beglaubigung benötigen wir stets die Originalurkunde. Anderenfalls sind wir verpflichtet, einen Vermerk darauf anzubringen, daß es sich bei der Vorlage um

1. eine nicht beglaubigte Fotokopie / Fernkopie (Telefax / Telex)
2. eine beglaubigte Fotokopie / Fernkopie (Telefax / Telex)
3. beglaubigte Abschrift / Ausfertigung

handelt. Fotokopien oder Telefaxvorlagen haben nicht die Kraft einer Urschrift und könnten von Ämtern abgelehnt werden.

Prinzipiell wird eine Urkunde ganz und vollständig übersetzt. Nur in Ausnahmefällen darf der Urkundenübersetzer eine „Auszugsweise Übersetzung“ anfertigen, doch ist in diesem Fall darauf zu achten, daß alle Sätze vollständig sind und der Inhalt nicht aus dem Zusammenhang gerissen wird. Die nicht übersetzten Passagen müssen genau gekennzeichnet, benannt und erläutert werden.
Einer Bitte daher, bei Zeugnissen manche Fächer, bei Führerscheinen manche Einträge und Ähnliches nicht zu übersetzen, werden wir nicht entsprechen. In solch einem Fall sagt das Nichtübersetzte mehr über den Inhalt und den Auftraggeber aus, als das, was weggelassen werden sollte.

Radierungen, Korrekturen, nachträgliche Einträge in Urkunden, ob maschinen- oder handschriftlich, sind ebenfalls anzugeben. Wir sind auch nicht befugt, Ihre Namen oder andere Orte in Ihren Urkunden eigenmächtig zu ändern. Sogar die Fehler, die offensichtlich sind, müssen in einem Dokument entsprechend übernommen und ggf. mit einer Fußnote oder einer anschließenden Erklärung versehen werden.

1. Es gibt nur ein (1) Original. = Urschrift
2. Gleichzeitig mit Urschrift hergestellte Kopie = Abdruck
3. Nachträglich hergestellte vollständige Kopie = Abschrift
4. Abschrift, die den Text der Urschrift nur teilweise wiedergibt = Auszug